1. Chorklassentreffen zum Schuljahresende
25.06.2010Gleich zwei Ereignisse bestimmen das erste Chorklassentreffen im Regierungsbezirk Schwaben am letzten Schulwochenende vor den Sommerferien. Am Freitag kommen alle Chorklassen nach Marktoberdorf, um aus knapp 250 Kinderkehlen gemeinsam zu singen, am Samstagabend eröffnen die Chorklassen aus Markt Rettenbach die „Romantische Nacht im Schloss“. Möglich ist dieses Treffen Dank der besonderen Förderung durch den Chorverband Bayerisch-Schwaben.
Zum 1. Treffen aller Chorklassen lädt das Netzwerk Musik in Bayern am 23. Juli 2010 in die Bayerische Musikakademie. 10 Chorklassen aus dem Regierungsbezirk Schwaben kommen an diesem Tag auf den Schlossberg, um gemeinsam zu singen und sich gegenseitig mit ihren Lieblingsliedern vorzustellen. Unter Anleitung von Karl Zepnik, dem künstlerischen Leiter der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf und Initiator der Fortbildung „Lehrer singen, Kinder klingen“, eröffnen die Kinder um 10 Uhr das Chorklassentreffen. Helmut Maschke, u.a. Dozent der Fortbildung „Mein Lehrer singt“, lädt anschließend zum offenen Singen mit Kindern und Erwachsen. Nach diesem gemeinsamen Auftakt ist dann die Bühne frei für die Darbietungen der Chorklassen. Nach dem Motto: „Das ist unser Lieblingslied“ präsentiert sich jede Chorklasse mit ihren Hits aus dem zurückliegenden Schuljahr. Um 13 Uhr endet das Chorklassentreffen mit Wolfgang Spodes Lied aus über 200 Kehlen: „Wir brauchen kein Orchester!“
Am 24. Juli eröffnen die Chorklassen aus Markt Rettenbach mit ihren Lehrerinnen Eva Weinacht und Christine Räth um 20 Uhr die „Romantische Nacht auf dem Schlossberg“. Anschließend singen alle Lehrer, die in den zurückliegenden Jahren die Fortbildung „Lehrer singen, Kinder klingen“ erfolgreich absolviert haben und damit die Befähigung zur Leitung einer Chorklasse haben. Im zweiten Konzertteil interpretiert das Mendelssohn Vocalensemble unter der Leitung von Karl Zepnik Werke von Schumann und Mahler.
Zu beiden Veranstaltungen sind Gäste herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.
„Chorklassen an Grundschulen in Bayern“ ist Teil eines Modellprojekts, das das Netzwerk Musik in Bayern unter dem Dach der „Bayerischer Musikrat ProjektGmbH“ entwickelt hat. Es zielt darauf, Grundschulkindern in der 1. und 2. Klasse eine möglichst breite musikalische Basisbildung über den Weg der Erfahrung der eigenen Stimme als ureigenes und erstes Instrument zu ermöglichen, worauf in den Jahrgangsstufen 3 und 4 sowie an weiterführenden Schulen jede Art musikalischer Betätigung aufbauen kann.
Wesentlicher Bestandteil dieses Modellprojekts ist die Fortbildung „Lehrer singen, Kinder klingen“, ausgearbeitet und durchgeführt von Karl Zepnik, Gesangspädagoge und künstlerischer Leiter der Musikakademie Marktoberdorf. An 20 Seminartagen, verteilt über zwei Schuljahre, lernen Grundschullehrer den natürlichen Umgang mit der eigenen Stimme und mit der Kinderstimme. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser Fortbildung erwerben die Lehrer die Zulassung zur Leitung von Chorklassen.
2008 hat das Staatsministerium für Unterricht und Kultus eigens für dieses Modellprojekt die Einrichtung von Chorklassen mit der Aufstockung von 2 auf 4 Stunden Musikunterricht pro Woche an 20 Grundschulklassen im Regierungsbezirk Schwaben bewilligt. In einer ersten Erprobungsphase starteten zum Schuljahr 2008/2009 Chorklassen in Marktoberdorf und Markt Rettenbach. Zum Schuljahr 2009/2010 kamen weitere 8 Chorklassen hinzu: an der Antonio-Huber-Schule Lindenberg, an der Grund- und Hauptschule in Markt Rettenbach (eine weitere 1. Klasse), an der Grundschule an der Singold in Bobingen, an der Sankt-Martin-Volksschule Marktoberdorf (eine weitere 1. Klasse), an der Schrader-Volksschule in Kaufbeuren, an der Volksschule in Füssen-Schwangau, an der Volksschule in Lindenberg i.Allgäu und an der Volksschule in Thalhofen a.d.W.. Für das Schuljahr 2010/2011 ist die Einrichtung weiterer 10 Chorklassen im Regierungsbezirk geplant.
Eine Evaluation durch die Universität Regensburg begleitet das Projekt Chorklassen. Unter der Federführung von Bernhard Hofmann vom Lehrstuhl Musikpädagogik wird die Entwicklung der Lehrerstimme während der 2-jährigen Fortbildungszeit untersucht.
Christiane Franke