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Erster Basiskurs Klassenmusizieren erfolgreich durchgeführt

13.01.2011

Wie kommt die Sprache der Musik in das Gehirn der Kinder? Diese Frage steht im Zentrum, wenn es darum geht, Konzepte und Strategien zu entwickeln, um Kinder musikalisch zu bilden. Die richtigen Antworten und Umsetzungsformen findet jedoch nur eine starke Pädagogen-Persönlichkeiten, ausgestattet mit dem Verständnis, dass musikalische Bildung nur langfristig gelingt und nur dann, wenn das Ziel nicht primär Wissensvermittlung lautet, sondern Musik erfahrbar zu machen. Mit diesem klaren Statement eröffnete Referent Michael Stecher am ersten Januarwochenende des neuen Jahres Phase zwei des Kurses „Klassenmusizieren - Basiskurs zum Erwerb pädagogischer Grundlagen für das Klassenmusizieren insbesondere an Schulen mit Ganztagsangebot“.


Großen Wert legte das Bayerische Kultusministerium als fördernder Partner auf diese ausführliche Formulierung, um das Ziel klar zu definieren. Weil man um den prekären Musikfachlehrermangel vor allem an Grund- und Hauptschulen weiß und weil man davon überzeugt ist, dass das Fach Musik einen wichtigen Schwerpunkt im Rahmen des Ganztagsangebots bilden soll, will man über diese Schiene der Fortbildung diplomierte Musikfachkräfte, Instrumental- und Gesangspädagogen, hauptberufliche Kirchenmusiker sowie Dirigenten mit staatlicher Anerkennung auf eine Tätigkeit an allgemeinbildenden Schulen vorbereiten.

Das ist kein Novum. Längst gibt es in Bayern vielfache Beispiele der gelungenen Umsetzung des Klassenmusizierens im schulischen Ganztagsbereich. Doch oft genug ist dieser Erfolg von einzelnen Persönlichkeiten abhängig. Um die hierbei erworbenen Kompetenzen optimal zu nutzen und einer breiten Interessengruppe zu vermitteln, entwickelte das „Netzwerk Musik in Bayern“, ein Projekt unter dem Dach des Bayerischen Musikrats, gemeinsam mit Projektpartnern, der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf mit seinem künstlerischen Leiter Karl Zepnik, dem Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen (VBSM), dem Musikbund Ober- und Niederbayern (MON) und dem Chorverband Bayerisch-Schwaben (CBS), ein Konzept. Die Tagungsleitung übernahm der Bildungsreferent des VBSM, Peter Pfaff. An zwei Mal drei Fortbildungstagen vermittelten die Dozenten Michael Stecher aus Freiburg, Andrea Friedhofen von der Universität Augsburg, die EMP-Fachkraft Eva Rautenberg und der Schulleiter und Musikpädagoge Helmut Maschke ein auf Theorie und Praxis ausgerichtetes elementares musikpädagogisches Grundlagenwissen.

42 Teilnehmer erhielten eine Zusage zu dieser Erstauflage. Zweidrittel von ihnen unterrichten derzeit an Musikschulen in Bayern, Eindrittel wirken als freischaffende Musiklehrer sowie Dirigenten im Instrumental- und Vokalbereich. Die Hälfte aller Teilnehmer leitet derzeit bereits eine Bläserklasse an einer Schule. In einer Befragung signalisierten die Teilnehmer, neben den Bläserklassen, auch Streicher-, Akkordeon- und Chorklassen anbieten zu wollen, sowie Alternativformen, um variable instrumentale und vokale Zusammensetzungen zu ermöglichen und damit bei möglichst vielen Schülern Begeisterung für das gemeinsame Musizieren zu wecken und zu fördern.

Auf diese Spezialisierung in einzelnen Musikfachrichtungen bereiten Aufbaukurse mit dem Schwerpunkt „Bläserklasse“, „Vokalklasse“ und „Instrumental-vokal-gemischt“ vor. Entsprechende Kurskonzepte entwerfen aktuell die jeweiligen Fachinstitutionen. „Die Gruppe ist so heterogen wie die zu vermittelten Inhalte“, stellte Peter Pfaff schon nach der ersten Kursphase fest. „Umso wichtiger ist es, in Theorie und Praxis nicht Einzelrezepte zu vermitteln, sondern grundsätzliche Erkenntnisse, die die individuellen Fähigkeiten des Musiklehrers nicht einengen, sondern beflügeln.“

Bereits im Oktober 2011 wird aufgrund der großen Nachfrage der nächste Basiskurs angeboten. Ebenfalls im Herbst finden die Aufbaukurse statt. Peter Pfaff: „Wir empfehlen, Basiskurs und Aufbaukurs zu besuchen. Denn gerade als Instrumentallehrer unterschätzt man, wie viel anders es doch ist, wenn man dann plötzlich mit 15 oder mehr Jugendlichen musiziert. Die künstlerische Kompetenz ist zwingende Voraussetzung, aber das pädagogische Know-How ist unverzichtbar.“

Christiane Franke

Grundlagenwissen zur Pädagogik im Schulunterricht stand im Mittelpunkt des Basiskurses.
 
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