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Die Begründung zur Petition "BR-Klassik muss bleiben!"

31.03.2014

Dem Vernehmen nach gibt es konkrete Pläne des Bayerischen Rundfunks (BR), das ARD-weit einzige reine Klassik- und Jazzprogramm BR-KLASSIK schon Anfang 2016 von seiner angestammten UKW-Frequenz zu nehmen. Danach soll es nur noch digital über Internet und DAB verbreitet werden.


Die Unterzeichner haben die tiefe Sorge, dass damit einem Großteil der bisherigen Hörer und Fans dieser einzigartigen Kulturwelle die Möglichkeit genommen wird, ihr Lieblingsprogramm weiter regelmäßig und unkompliziert zu empfangen.
 
Zwar gehen wir davon aus, dass Internet und möglicherweise Digitalradio langfristig das analoge UKW-Radio ersetzen werden. Allerdings besitzen derzeit nur 8,8% der bayerischen Bevölkerung ein Digitalradio, während immerhin 97,3% über mindestens ein analoges UKW-Gerät verfügen. Vom generell Kulturerlebnis-geprägten und mehr inhaltlich als technisch interessierten Publikum von BR-Klassik ist nicht realistisch zu erwarten, dass es sich in naher Zukunft mit neuen digitalen Empfangsgeräten ausstatten wird. 
 
Vorliegende Erhebungen bestätigen BR-Klassik täglich 260.000 Hörer. Pro Tag sind das mehr Menschen als in einem Monat in ganz Deutschland Konzerte besuchen. Wenn die UKW-Verbreitung von BR-Klassik wegfällt, wird das hoch angesehene und einzig bandbreite Programm dieser Sparte nur noch von einem viel geringeren Teil der Hörerschaft zu empfangen sein. Ein erheblicher Verlust der Reichweite des Klassik-Programms ist die weitere Folge. Auch die grundsätzlich begrüßenswerte Erweiterung des Internet-Angebotes wird diesen Hörerverlust nicht ausgleichen können!
 
Die Pläne, auf der angestammten BR-Klassik-Frequenz auf UKW zukünftig das Jugendradio "Puls" auszustrahlen, erscheinen fragwürdig. Die Zielgruppe der unter 29jährigen konsumiert als „digital natives“ bereits jetzt Information und Unterhaltung weitestgehend über digitale Empfangskanäle. Bei aller Sympathie für die berechtigten Anstrengungen des BR, die Jugend als Hörer zurück zu gewinnen: Hier soll die klassische Klientel auf das Netz verlegt werden, während die Jugend, die sich ohnehin quasi naturgemäß im Internet aufhält, für den aus ihrer Sicht gänzlich veralteten UKW-Konsum erst mühsam und mit äußerst geringen Erfolgsaussichten zurück gewonnen werden müsste.
 
Mit seinen Programmangeboten sorgt BR-Klassik dafür, dass Menschen aller Gesellschafts-schichten am reichhaltigen Musikleben Bayerns und der Welt teilhaben und es in ihren Alltag integrieren können. Das gilt eben nicht nur für wohlhabende und privilegierte Menschen, die sich Konzertbesuche in den Metropolen leisten können und daher weniger auf das Radioangebot angewiesen sind, sondern für die ganze Breite der potenziell Musikinteressierten im Freistaat Bayern. BR-Klassik macht musikalische Hochkultur allen Menschen frei Haus zugänglich, egal ob in der Großstadt oder im ländlichen Raum.
 
BR-Klassik spiegelt das facettenreiche Musikleben Bayerns durch Live-Übertragungen und Mitschnitte von zahlreichen Festivals, aus Opernhäusern, Konzertsälen und Jazzclubs, aber selbstverständlich auch aus den Studios des Bayerischen Rundfunks. BR-Klassik und die Klangkörper des BR sind Aushängeschilder der musikalischen Kultur Bayerns und unverzichtbare Instrumente der Musikvermittlung an die Jugend und an alle kulturinteressierten Bürger. Wenn diese Qualität Bestandsschutz haben soll, brauchen wir einen barrierefreien Empfang dieses einzigartigen Programms, das Identifikationsfaktor, Lehrmittel und essentieller Bestandteil des bayerischen Musiklebens zugleich ist.
 
Damit die Vielfalt der Musikkultur in Bayern keine unumkehrbare Einschränkung erfährt, appellieren wir an den Intendanten Intendanten des Bayerischen Rundfunks, die Mitglieder des Rundfunkrats und alle Verantwortlichen des Bayerischen Rundfunks, das Programm BR-Klassik für die Dauer der generellen UKW-Nutzung auf dem bisherigen UKW-Kanal zu belassen.

 
 
 
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