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Die Hintergründe zur Petition "BR-Klassik muss bleiben!"

31.03.2014

Der Bayerische Rundfunk plant, in absehbarer Zeit, die Rede ist von Anfang 2016, dem Kulturprogramm BR-Klassik die UKW-Frequenz zu entziehen. Diese Entscheidung hätte unausweichlich dramatische Hörerverluste zur Folge. Ein wesentlicher, ja der wohl meistgenutzte Zugang zur klassischen Musik würde für die Bürgerinnen und Bürger in Bayern massiv erschwert.


Das Digitalradio (DAB+), über das BR-Klassik im Übrigen bereits seit einigen Jahren zu empfangen ist, wird von der breiten Bevölkerung nach wie vor nicht wirklich akzeptiert. Es hätte nur dann eine echte Chance, wenn UKW als der dominierende Verbreitungsweg abgeschaltet würde. Damit ist jedoch nach übereinstimmender Meinung aller Fachleute keinesfalls vor dem Jahr 2025 zu rechnen.

Fast 140 Millionen UKW-Radiogeräte stehen in den bundesdeutschen Haushalten, während die Zahl der DAB+Radios unter drei Millionen liegt. (Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten 2013) Dementsprechend nutzen 78% der Bevölkerung UKW am häufigsten zum Radiohören, nur 0,5 % nutzen DAB am häufigsten.

Mehr als 97 % der bayerischen Bevölkerung besitzen mindestens ein UKW-Radio, in der Regel sogar mehrere, nur 2,1 % geben an, täglich DAB+ zu nutzen (Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenerhebung und BLM).

Überdies ist damit zu rechnen, dass BR-Klassik auch nicht mehr über analoges Kabel zu empfangen wäre, wenn die UKW-Frequenz verloren ginge. Die Kabelbetreiber sind nicht verpflichtet, reine Digitalprogramme ins analoge Kabel einzuspeisen.

Die Folge wäre zum einen, dass kaum ein Autofahrer BR-Klassik hören könnte, da nur die wenigsten Autos mit DAB+Geräten ausgerüstet sind, eine Nachrüstung technisch schwierig und teuer ist. Auch BR-Klassik wird jedoch am häufigsten im Auto gehört (49 %). Doch auch in anderen wichtigen Lebensbereichen, in denen BR-Klassik gerne genutzt wird, wären die bayerischen Hörerinnen und Hörer von diesem wichtigen kulturellen Angebot abgeschnitten.

Nach der letzten Mediaanalyse hören täglich 260.000 Menschen in Deutschland BR-Klassik (200.000 davon in Bayern). Das sind an einem Tag mehr Menschen, als in einem Monat deutschlandweit ins Konzert gehen. Nicht täglich, aber regelmäßig wird das Programm deutschlandweit von gut 1,6 Millionen Menschen gehört, in Bayern sind es 1,25 Millionen, oder 10,8 % der Bevölkerung.

Der Bayerische Rundfunk investiert dankenswerter Weise und mit Hilfe eines neuen Telemedienkonzeptes in den Ausbau des Internetauftritts in Sachen Klassik (br-klassik.de). Sollte die UKW-Verbreitung von BR-Klassik entfallen, wird dieses Internetangebot den heftigen Rückgang an Hörerinnen und Hörern aber keinesfalls ausgleichen können. Es ist unausweichlich, dass das Programm seine seit langem führende Rolle in Sachen Klassik innerhalb der ARD verlieren wird.

Die Konzerte und Produktionen der hervorragenden, weltweit gefeierten Orchester und des Chores des Bayerischen Rundfunks könnten ebenso wie der international renommierte Internationale Musikwettbewerb der ARD nur noch von einem kleinen Teil der derzeitigen Hörerschaft wahrgenommen werden. Wollte man diese Aufnahmen nicht in anderen UKW-Programmen des Bayerischen Rundfunks senden, was unweigerlich zu einer Beschädigung dieser Programme führte, würde die Legitimation der Orchester und des Chores untergraben. Weshalb finanziert der Bayerische Rundfunk mit Dutzenden von Millionen € Gebührengeldern drei hochkarätige Klangkörper, wenn er sie im Digitalen versteckt?

Dies gilt genauso für die vielen Live-Übertragungen aus bayerischen Opernhäusern wie Bayreuth, der Bayerischen Staatsoper, dem Staatstheater Nürnberg. Oder für die zahlreichen Konzertmitschnitte, die BR-Klassik alljährlich vom Würzburger Mozartfest, von den Tagen Alter Musik Regensburg, dem Traunsteiner Musiksommer oder dem Jazzfest Burghausen sendet – um nur willkürlich ganz wenige der zahlreichen Musikfestivals in ganz Bayern zu nennen, die auf diese Weise im Programm BR-Klassik aufscheinen. Die Abbildung dieser eindrucksvollen bayerischen Musikkultur, zu der auch Highlights von Blas- und Chormusik und aus der Szene der Laienmusik gehören, würde durch den Wegfall der UKW-Frequenzen für BR-Klassik in eine digitale Nische abgeschoben und wäre dort nur noch von sehr wenigen Menschen zu erleben.



 
 
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