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Die große Schlussveranstaltung der Europa-Tage der Musik 2007 in Kempten

17.07.2007

Seit 1985 werden in Bayern jedes Jahr in den letzten beiden Juniwochen die Europa-Tage der Musik gefeiert. Veranstalter aus ganz Bayern tragen sich ein und stellen ihre Vorstellung unter die Schirmherrschaft des völkerverbindenden Festivals. Zum Ende wird immer eine große Schlussveranstaltung in wechselnden bayerischen Städten organisiert – dieses Jahr in Kempten im Allgäu. Und dieses Finale am 30. Juni und 1. Juli 2007 in Kempten war wahrlich ein Finale Grande. Über 1800 Musikerinnen und Musiker waren dabei, die ganze Stadt feierte mit und der Abschluss in den Kleinen Thermen des Archäologischen Parks Cambodunum hätte stimmungsvoller nicht sein können.


Kempten klingt
An vier Plätzen waren am Samstag Bühnen aufgebaut: am Residenzplatz, am Rathausplatz, am August-Fischer-Platz und im Forum Allgäu. Um 10 Uhr startete ein bunter Festzug am Residenzplatz und schlängelte sich über den Rathausplatz zum Forum Allgäu hinauf: allen voran der Unterstufenchor des Hildegardis-Gymnasiums mit Fahnen und Schildern für jedes europäische Land, dazu die ungarische Tanzgruppe aus Sopron, die Jugendgruppe des Kolpingtheaters Kempten, die Grupo Sal der Realschule an der Salzstraße mit heißen Samba-Rhythmen und die Jugendkapelle Heiligkreuz. Alle Bühnen wurden bis 17 Uhr durchgängig von den insgesamt rund 60 teilnehmenden Gruppen bespielt. Es gab Blasmusik, Swing, Samba, Klassik, Rock ’n Roll, Hip Hop, Tango, Chormusik, Pop, ungarische Volkstänze – kurz die ganze Vielfalt der Musik wurde gezeigt. Und das Publikum war begeistert. Viele Tausende Zuhörer genossen die musikalische Unterhaltung in der Stadt und verweilten lange vor den Bühnen. „Die letzten Takte der Europa-Tage der Musik sind verhallt – aber das Fest klingt nach und wird dies noch lange Zeit tun!“, schrieb Kemptens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer an den Geschäftsführer des Bayerischen Musikrats und Hauptorganisator der Veranstaltung, Jürgen Schwarz. Auch die Teilnehmer waren begeistert, oft war es das erste Mal für die jungen Musikerinnen, Musiker, Tänzer und Theaterspieler vor so vielen Zuschauern aufzutreten. Das Motto der diesjährigen Finalveranstaltung „Jugend singt und musiziert für Europa“ wurde in Kempten bestens umgesetzt - die jungen Leute brachten die ganze Stadt zum Klingen!
Die Römer hätten ihre Freude gehabt – junge Chöre vom Feinsten
Am Abend dann das Konzert des Chorverband Bayerisch-Schwaben in den Kleinen Thermen des Archäologischen Parks Cambodunum. Cambodunum, heute Kempten, ist eine der ältesten urkundlich erwähnten Städte Deutschlands. Ein außergewöhnlicher Rahmen für ein Jugendchorkonzert, das den Besuchern in den vollbesetzten kleinen Thermen noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Inmitten geschützter Ausgrabungen und Schätze des vergangenen römischen Reichs, sangen fünf Jugendchöre aus Schwaben und der bulgarische Gastchor Zwanika aus Pleven.
Zu Beginn der zahlenmäßig größte Chor, der Jugendchor Ostallgäu mit 115 Sängerinnen und Sängern unter der souveränen Leitung von Stefan Wolitz und mit Klavierbegleitung durch Katharina Hermann. Wolitz hatte romantische Stücke von Schumann, Brahms und Hensel ausgewählt, ein anspruchsvolles Programm, das den Zuhörern gleich zu Beginn signalisierte: Dieser Chor hat im Bayerischen Chorwettbewerb 2005 zu Recht mit dem Prädikat „sehr gut“ abgeschnitten.
Der Oberstufenchor des Gymnasium Maria Stern aus Augsburg wurde von Ulrike Wohlfahrt, selbst eine aktive Chorsängerin, dirigiert. Die Augsburger hatten eine dem Anlass angepasste europäische Auswahl von Liedern aus England, Deutschland, Griechenland, Italien und der Tschechei mitgebracht.
Das Günztaler Vocalensemble aus Markt Rettenbach unter der Leitung der im Chorwesen sehr aktiven Christel Holdenried bot mit Kompositionen von Hassler, Bardos, Poulenc u.a. eine abwechslungsreiche Palette aus den verschiedenen Stilepochen. Die stimmlich bestens geschulten Sänger setzten mit „Hush, somebody´s calling my name“ von Brazeal W. Dennard einen „soundigen“ Glanzpunkt und überzeugten in ihrer Interpretation von „La blanche neige“ von Francis Poulenc.
Vor dem nächsten Chor überbrachte Ursula Lax, die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin die Grußworte des Bezirks Schwaben. Sie zeigte sich beeindruckt von der hohen Qualität der bereits gehörten Chöre und beglückwünschte die Organisatoren zu der gelungenen Finalveranstaltung.
CHORios aus Dillingen an der Donau mit Michael Fink ließen spüren, wie viel Spaß und Freude sie am Singen haben. Das Publikum ließ sich ebenfalls vom beschwingten Programm, bestehend aus interessanten Volksliedsätzen zeitgenössischer Komponisten (Engelbrecht, Erdmann, Jaakko Hulkkonen) mitreissen. Höhepunkt des Programms war jedoch das aus den eigenen Reihen entstandene Männerquintett mit dem Wise Guys Titel „Wie kann es sein“. Ein schöner Beweis für das, was entstehen kann, wenn junge Sänger von ihren Chorleitern stimmlich gefördert und mit ansprechender Literatur versorgt werden. Dem Jugendchor Zwanika aus Bulgarien eilt ein besonderer Ruf und viele internationale Preise voraus. Sie sind bekannt für ihr hohes stimmliches Niveau und enttäuschten auch in Kempten nicht. Pipkovs Lerche, Schuberts Forelle, ein reines Hörvergnügen. Der ganze Auftritt eine gelungene Demonstration eines sehr gut ausgebildeten Jugendchores.
Der Abschluss des Abends war dem „Gastgeberchor“, dem Jugendchor der Sing- und Musikschule Kempten unter der ambitionierten Leitung von Wolfgang Heichele vorbehalten. Eine bunte Auswahl von „Je ne l’ose dire“ über „Die Gedanken sind frei“ bis zu „The drunken sailor“ unterstrich die Vielseitigkeit des Chores, der mit klanglicher Ausgewogenheit und durch einen geschmeidigen, nuancenreichen Chorklang überzeugte. Der Abend endete wie er begonnen hat – mit einem frischen Jugendchor, kurzweilig, abwechslungsreich auf höchstem musikalischen Niveau. Wise Guys Titel „Wie kann es sein“. Ein schöner Beweis für das, was entstehen kann, wenn junge Sänger von ihren Chorleitern stimmlich gefördert und mit ansprechender Literatur versorgt werden. Dem Jugendchor Zwanika aus Bulgarien eilt ein besonderer Ruf und viele internationale Preise voraus. Sie sind bekannt für ihr hohes stimmliches Niveau und enttäuschten auch in Kempten nicht. Pipkovs Lerche, Schuberts Forelle, ein reines Hörvergnügen. Der ganze Auftritt eine gelungene Demonstration eines sehr gut ausgebildeten Jugendchores.
Der Abschluss des Abends war dem „Gastgeberchor“, dem Jugendchor der Sing- und Musikschule Kempten unter der ambitionierten Leitung von Wolfgang Heichele vorbehalten. Eine bunte Auswahl von „Je ne l’ose dire“ über „Die Gedanken sind frei“ bis zu „The drunken sailor“ unterstrich die Vielseitigkeit des Chores, der mit klanglicher Ausgewogenheit und durch einen geschmeidigen, nuancenreichen Chorklang überzeugte. Der Abend endete wie er begonnen hat – mit einem frischen Jugendchor, kurzweilig, abwechslungsreich auf höchstem musikalischen Niveau.

Römische Fanfaren bliesen zum Abschluß
Sonntagmorgen begrüßten römische Fanfarenbläser auf original nachgebauten Instrumenten die Gäste zur feierlichen Abschlussmatinee. Auch hier wurde wieder die ganze Bandbreite der Musik gezeigt: die Illertaler Alphornbläsern brachten den originären Klang aus den Bergen in die Kleinen Thermen, der Jugendchor der Sing- und Musikschule Kempten überzeugte wie schon am Vorabend mit einem bunten europäischen Programm, der Jugendchor Zwanika aus Bulgarien erfreute mit deutschem und bulgarischem Liedgut, traditionell zünftig spielten die Bergstätt-Musikanten auf und das Landes-Jugendjazzorchester Bayern unter Leitung von Harald Rüschenbaum swingte und jazzte vom Feinsten. Stephan Ametsbichler vom Bayerischen Rundfunk, der sowohl das Jugendchorkonzert als auch die Abschlussmatinee aufzeichnete, führte schwungvoll durch das Programm. Jürgen Schwarz bedankte sich bei allen Teilnehmern und stellte die hervorragende Zusammenarbeit von der Stadt Kempten, dem Chorverband Bayerisch-Schwaben, dem Allgäu-Schwäbischen Musikbund und dem Bayerischen Musikrat heraus. Festredner waren Kemptens 2. Bürgermeister Josef Mayr, der sich herzlich für diese „für Kempten in dieser Art bislang einmaligen Europa-Tage voller Musik und Engagement“ bedankte, Peter Jacobi, Vizepräsident des Bayerischen Musikrats, sah sich darin bestätigt, dass „die Musik in Punkto Volkerverständigung der Politik um Jahrzehnte voraus ist“ und auch Europa-Parlaments Abgeordneter Markus Ferber, Schirmherr des Tagesveranstaltung am Samstag, stellte fest: „Das Ziel von Europa ist es, das Gemeinsame in den Mittelpunkt zu stellen und das Trennende zu überwinden … und nichts verbindet die Menschen mehr als die Musik.“

Der bunte Festzug durch die Innenstadt Kemptens
Das Männerquintett aus dem Jugendchor CHORios aus Dillingen
Und zum Schluss gab es die Europa-Tage-der-Musik-Pralinen für v.l.n.r. Karin Grohmann, Josef Mayr, Markus Ferber, versteckt Carolin Rehbach, Stephan Ametsbichler, Peter Jacobi, Monica Schwarz
 
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