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Statt Quote Qualität belohnen!

26.05.2010

Mit einer Aufforderung zur Klarstellung reagiert der Deutsche Kulturrat auf die Äußerung von Kulturstaatsminister Bernd Neumann in einem Interview vom Dienstag im Weserkurier, „die finanzielle Verteilung zwischen ARD und ZDF auch ein wenig nach den Zuschauerzahlen“ auszurichten. BMR-Präsident Thomas Goppel kann die Aufforderung des Kulturrats nur unterstützen: „Dass sich die Politik zur besseren Verteilung der Gebühren für öffentlich-rechtliche Anstalten etwas Neues einfallen lassen sollte und könnte, ist sicher richtig. Insoweit kann und muss Bernd Neumann unterstützt werden. Aber die Idee, sich dafür an Einschaltquoten auszurichten, halte ich für fatal.”


Die Tendenzen der Kommerzialisierung von ARD und ZDF zeigt sich seit mehreren Jahren und ist hochproblematisch. Der Versuch der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, zwischen Qualität und Quote einen dritten Weg einzuschlagen, führt zu einem Ungleichgewicht zugunsten massenkompatibler, in ihrer Qualität minderwertiger Angebote zur besten Sendezeit, während Informationsangebote in die späteren Abendstunden verschoben werden.

Tatsächlich aber gilt es, der Selbstkommerzialisierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Einhalt zu gebieten und einzufordern, sich auf ihre Kernaufgabe zu konzentrieren: der Sicherung der Grundversorgung der Bevölkerung mit Informationen, deren höchstes Gut eine relative Unabhängigkeit in der Berichterstattung und die Abbildung von Meinungsvielfalt darstellt.
Goppel: „Sie darin aneinander zu messen kann und darf einziger Maßstab sein. Eine zum Teil kompetitiv ausgerichtete Gebührenverteilung auf die Erfüllung dieser im Grundgesetzt verankerten Kommunikationsaufgabe ausgerichtet könnte dann das Bewusstsein für den eigentlichen Auftrag nur stärken.”
Thomas Goppel unterstützt die Aufforderung des Kulturrats um Klarstellung der Aussage von Kultusminister Bernd Neumann zur Verteilung der Gebühren.
 
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